Medientraining für künftige Aufsichtsrätinnen (2011/2012)

Mehr Frauen in Führungspositionen und Aufsichtsräte – mit dieser Forderung sehen sich immer mehr Unternehmen konfrontiert. Oft heißt es dazu aus den Chefetagen: Es gibt die Frauen nicht, die wir bräuchten! Der Verband deutscher Unternehmerinnen hält dagegen und bildet in einer beispiellosen Aktion rund 180 qualifizierte Unternehmerinnen fort – und qualifiziert sie damit für Mandate in Aufsichtsräten. Und wir,  „die medientrainer“, trainieren mit diesen künftigen Aufsichtsrätinnen den professionellen Auftritt vor Presse, Mikrofon und Kamera! Die Workshops haben im Mai 2011 begonnen und gehen bis weit ins Jahr 2012 hinein.

 

Interview- und Talkshow-Training in Sana’a, Jemen

Oktober 2008 /  Juni 2009 / November 2009 

 

Sheba TV ist ein neuer, staatlicher Sender für die Jugendlichen im Jemen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die jungen Leute zu informieren, zu unterhalten und ihnen eine Perspektive jenseits des Terrorismus aufzuzeigen. Ein Ziel, das wir von ganzem Herzen unterstützen! 

 

Rund 40 Redakteure, Moderatoren, Licht- und Ton-Ingenieure, Aufnahmeleiter, Regisseure und Kameramänner nahmen an dem 15-tägigen Workshop im Oktober 2008 teil. Darunter immerhin vier Frauen.

 

Alle Trainer im Team sind Spezialisten: Michael Meyer / Jochen Ketzel für die Regie und Technik, Robert Donauer für die Redaktion und Dr. Katrin Prüfig hatte die Gesamtleitung und trainierte mit den Moderatoren.

 

Während das technische Team lernte, wie man eine Talkshow mit Licht und Kameras dynamisch umsetzt, ging es bei den Moderatoren sehr stark darum, konkrete und interessante Fragen zu stellen und dann aktiv zuzuhören. Auch mussten wir ihnen Mut machen, an manchen Stellen den Gesprächspartner zu unterbrechen oder um konkretere Aussagen zu bitten. Und sie mussten lernen, dass man als Journalist gut beraten ist, sich so intensiv wie möglich auf ein Thema und einen Gesprächsgast vorzubereiten. 

 

Am Ende stand die Produktion von halbstündigen Talkshows zu zwei sehr kontroversen Themen:

 

Erstens die immens hohe Arbeitslosigkeit im Land. Zweitens der Anbau und Konsum von Qat. Das ist ein Busch, dessen Blätter wie Kautabak gekaut und dann in der Backe „aufbewahrt“ werden und die eine berauschende Wirkung entfalten. Fast alle jemenitischen Männer und rund ein Drittel der Frauen kauen Qat täglich ab dem Nachmittag. Das wirtschaftliche Leben liegt dann weitgehend brach.  

 

Nach dem Workshop startete Sheba TV tatsächlich eine eigene, wöchentliche Talkshow namens „Besaracha“ – zu Deutsch: Mal ehrlich!  

 

Diese Show weiter zu professionalisieren und das Team weiter zu qualifizieren wird unsere Aufgabe im Juni 2009 sein.  

 

Interview- und Talkshow-Seminar in Amman, Jordanien

 

November 2007

Der jordanische Winter ist immer noch besser als der deutsche Sommer! Das ist eine sozusagen „Rand-Erkenntnis“ nach dem dreiwöchigen Training für jordanische TV- und Radio-Journalisten in Amman. Dr. Katrin Prüfig reiste im Auftrag der Deutsche Welle Akademie in den Nahen Osten, um die Journalisten fit zu machen für Interviews und Talksshows. Eine Herausforderung war dabei die Sprache: Kurssprache war offiziell Englisch, doch da alle 12 Teilnehmer ihre Interviews in Arabisch führten, musste alles übersetzt werden. Dabei lernte Katrin Prüfig schnell, womit die Journalisten auch in Jordanien im Alltag zu kämpfen haben: Hakifadi – zu Deutsch: leeres Geschwätz.

 

Interviewpartner auf den Punkt zu bringen und immer wieder nachzuhaken, ohne die arabische Distanz und Höflichkeit aufzugeben, war mithin ein wichtiges Ziel des Trainings. Die Teilnehmer lernten alle Formen des Interviews kennen – und verschiedene Längen. Ihre Erkenntnis: auch in knapp zwei Minuten kann man seinem Gegenüber etwas Interessantes entlocken. Wenn man denn richtig fragt. Am Ende stand für jeden Teilnehmer die Produktion einer eigenen Talkshow mit „echten“ Gästen, unter anderem einem Mufti. Für die erfolgreiche Teilnahme gab es ein offizielles Zertifikat und ein Lob vom deutschen Botschafter, der bei der Abschluss-Zeremonie dabei war.

 

Fernsehtraining in Kabul, Afghanistan

 

November 2004

Es begann mit der harmlosen Frage: "Könnten Sie sich vorstellen, auch ein Medientraining im Ausland zu geben?" Wenige Monate später, Ende Oktober 2004, saßen wir zu dritt im Flugzeug nach Kabul:


Birgitta Schülke als Reporterin/Videojournalistin, Bettina Borgfeld als Kamerafrau/Cutterin und ich als Leiterin des Projekts. Wir reisten mit durchaus gemischten Gefühlen ab, denn wenige Tage zuvor waren in Kabul drei europäische Wahlbeobachter entführt worden.



Der Auftrag: 12 afghanische Fernsehjournalisten über mehrere Woche so zu schulen, dass sie für ihren Sender ein wöchentliches Magazin, z.B. ein Nachrichtenmagazin, auf die Beine stellen können. Auftraggeber war die Deutsche Welle Akademie, die wiederum im Auftrag des Bundesentwicklungshilfe-Ministeriums tätig wird.

 


Die Voraussetzungen: Pressefreiheit gibt es für afghanische Journalisten nicht. Was zur Nachricht wird, bestimmt der "Informationsminister". Er schickt ein tägliches Fax an die Nachrichtenredaktionen der staatlichen Sender. Wer daran nur ein Komma ändert, muss es zunächst von der Zensurabteilung genehmigen lassen. Journalisten und Reporter bekommen üblicherweise einen Fragenkatalog von ihren Gesprächspartnern, den sie dann Wort für Wort und Frage für Frage abarbeiten müssen. Eigene, kritische Nachfragen können mindestens den Job, manchmal auch das Leben kosten.

 

 

 

Der Kurs: Vor diesem Hintergrund mussten wir im Einzelfall Abstriche von unserem westlichen Journalismus-Verständnis machen, um die Teilnehmer nicht zu gefährden. Wir schulten die 10 Männer und 2 Frauen in den wichtigsten Techniken des Fernseh-Handwerks: Bildsprache, Interview, Straßenumfrage, Kurzbericht, Magazin-Bericht, Aufsager vor der Kamera, Aufbau und Moderation einer Sendung. 


Am Ende der zwei Wochen hatten wir gemeinsam das halbstündige Nachrichten-Magazin "Ariana" (Ariana = Afghanistan) mit Filmbeiträgen und Interviews entwickelt. Das Magazin wurde als Sendeformat ins Programm des staatlichen afghanischen Fernsehens, RTA, übernommen.

 

 

TV-Seminar an der Henri-Nannen-Journalistenschule, Hamburg

 

Vierwöchiger TV-Kurs mit 20 Schülern der renommierten Hamburger Journalistenschule, Einführung in das Fernseh-Handwerk, Erstellen eigener Beiträge und Entwickeln eines eigenen Magazinsformats.

 

 

 

Zehn Jahre, nachdem ich mich selbst „Henri-Nannen-Schülerin“ nennen durfte, nun die Rückkehr an die Schule. Als Leiterin des TV-Seminars. Mit im Team: Ulrike Plesser als Kamerafrau und Lars Jordan als Cutter. Vier Wochen Fernseh-Intensiv-Kurs. Einige der 20 Schüler hatten bereits mit der Kamera gearbeitet, die meisten jedoch nur „passive“ Fernseherfahrung: als Zuschauer.

 

Also gleich in der ersten Woche: Ran’ an die Kamera! Erste Übungen, erste eigene Drehs, Schnitt am Computer, texten, mischen. Fertig war die Probe-Reportage.

 

 

Aber das Ziel des Kurses ging viel weiter: Ein neues Magazin sollte konzipiert und mit Beiträgen gefüllt werden. Die Schüler entschieden sich für ein engagiertes, politisches Magazin für eine junge Zielgruppe – in Anlehnung an die Zeitschrift Neon vom Verlag Gruner + Jahr. „telex“ sollte es heißen. Und weil alles cooler ist als die künstliche Atmosphäre eines Fernsehstudios, wurde „telex“ in und um einen alten VW-Bus herum moderiert.

 

Dafür entstanden sechs Beiträge, eine Satire und ein Doppelinterview – ein in Deutschland völlig neues Interview-Format. Vieles davon haben die Schüler selbst gedreht. Auch die „Verpackung“ der Sendung, also Opener und Trenner für die Rubriken, wurden von einigen Kreativen im Lehrgang selbst gestaltet.

 

 

Bewerbungstraining für Schüler und Berufsanfänger

 

Immer wieder klagen deutsche Unternehmer über die mangelhafte Vorbereitung von Schulabgängern auf das Berufsleben. Oft kritisieren sie schon die schriftlichen Bewerbungen der Jugendlichen und das Verhalten in Vorstellungsgesprächen. Viele Schüler, so die Schlussfolgerung, seien offenbar noch nicht fit für das Berufsleben.

 

Tatsächlich ist die harte Konkurrenz um eine begehrte Lehrstelle vielen Schülern neu und fremd. Deshalb engagiere ich mich seit Jahren dafür, dass sich Schulabgänger besser auf diese neue und ungewohnte Situation vorbereiten. Der Fokus meiner Arbeit liegt darin, die Sicht eines Unternehmers beim Thema "Start ins Berufsleben" deutlich zu machen. In Gesprächen mit Schülern und Eltern, aber vor allem in "Generalproben" für Bewerbungsgespräche vermittele ich den Jugendlichen, worauf es bei einer Bewerbung ankommt. Alle wichtigen Punkte habe ich außerdem in einem kurzen Leitfaden zusammengefasst, der hier zum Download zur Verfügung steht.

 

Diese Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ist nicht auf Aktionstage an Schulen begrenzt! Jede Probe-Bewerbung, die mir gesandt wird, wird beantwortet. Und jeder Bewerber wird zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein kostenloser Service der „medientrainer“!


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