Fünf Erkenntnisse aus dem CEO Index 2024

Die CEOs der 40 Dax-Konzerne werden zunehmend kreativ und humorvoll ins Bild gesetzt! Das ist eine zentrale Erkenntnis aus dem aktuellen CEO Digital Video Index 2024, den eine Jury aus Medientrainerinnen und -trainern und Wissenschaftlern zum dritten Mal in Folge ermittelt hat.
Die Jury analysierte das jeweils meistgesehene Video der CEOs auf den Kanälen Youtube, LinkedIn, Facebook, Instagramm, X und Tiktok. In der Analyse ging es um alle drei Ebenen der Kommunikation: Was sehen wir? Was hören wir? Und wie ist das Ganze sprachlich-inhaltlich transportiert?

Hier die fünf wichtigsten Erkenntnisse:

1. Der/die CEO tritt als LinkedIn-Persönlichkeit zunehmend auch im Video auf, und hier gibt es neuerdings sogar Mut zu informellen Videos.

Informell heißt: Selfie-Videos, die nicht bis ins Detail inszeniert sind. RWE-Chef Markus Krebber berichtet spontan aus Australien , Covestro-CEO Markus Steilemann stellt sich auf Instagramm einigen interessanten Fragen. In diesen kaum inszenierten Videos muss nicht alles stimmen. Nur der Ton sollte gut sein, ggf. mit einem externen Handy-Mikrofon!

2. Die Videos werden humorvoller und unterhaltsamer. Drei Beispiele:
Merck-CEO Belén Garijo steht lange vor dem Aufzug, und nutzt die Wartezeit teils humorvoll, teils ernst für gute Botschaften. Sie ist auf dem Weg zu VIP-Gästen, die sich am Ende als Kinder des Merch-Kindergartens herausstellen. Toller Film, lockere CEO, eine aufwendige Produktion, die Spaß macht!

Leonhard Birnbaum, EON-Chef, beginnt sein Weihnachtsvideo auf dem Heimtrainer und produziert so Strom.

Der scheidende BASF-CEO Martin Brudermüller bekommt nach seiner sehr ernsten Botschaft zum Jahresende einen unfassbar bunten und „interessanten“ Weihnachts-Pullover als Geschenk und lacht herzlich.

3. Trotz dieser neuen Lockerheit: Wenige CEOs nutzen intuitive, variantenreiche Gestik. Oft führen sie mit beiden Händen immer dieselbe Gestik aus. Dies wirkt gleichförmig, künstlich und antrainiert. Gesten sind dann glaubwürdig, wenn sie intuitiv ausgeführt werden. Dann helfen sie sogar der Stimme zu mehr Lebendigkeit.

4. Der Teleprompter ist weiterhin mehr Fluch als Segen: Beim Lesen wird bei nahezu allen Unternehmenschefs der Blick statisch, die Mimik friert ein, die Sprechweise wird gleichförmig und wirkt abgelesen. Ein guter Dialog mit der Kamera gelingt zum Beispiel dem neuen Bayer-Chef Bill Anderson.

5. Nur jeder Vierte der CEOs nutzte Storytelling! Ein verschenktes Potential, gerade für die Auftritte im Bewegtbild auf Social Media. Hier darf es „menscheln“ durch Ich-Botschaften. Hier darf es anschaulich sein durch Beispiele. Und hier darf das Gesagte gern Struktur haben (z.B. erstens, zweitens, drittens. Oder: Zwei Dinge sind mir hier besonders wichtig…). Das macht es dem Publikum noch leichter dranzubleiben.

Und wer sind nun die Top-10 im diesjährigen CEO Digital Video Index?
Hier schon mal der Spoiler: Es gibt große Überraschungen im Vergleich zum Vorjahr!

Welche Stärken haben diese CEOs? Was könnten sie besser machen?
Antworten darauf in der Februar-Ausgabe des PR-Reports, der Mitte Februar erscheint!

Mitglieder der Jury: Prof. Dr. Oliver Niebuhr, Janine Stolpe-Krüger, Irene Kayser, Delia Dittrich, Ingo Bosch, Stefan Klager, Ulrich Grünwald, Manfred Baumann und Dr. Katrin Prüfig.

Bild: Sybille Elger