Der CEO der Deutschen Telekom ist einer der sichtbarsten und kreativsten Kommunikatoren in der deutschen Unternehmenswelt. In jedem Fall ist er der „bunteste“ unter den 40 CEOs der Dax-Konzerne. Für seine Auftritte in aufwändig produzierten Social Media Videos hat er schon dreimal den CEO Video Excellence Award des Bundesverbands für Medientraining (BMTD) gewonnen. So auch dieses Jahr. Antje Kröger, Ingo Bosch und ich waren zur Preisübergabe in der Unternehmenszentrale in Bonn.
Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 baut Höttges mit magentafarbenen Legosteinen die Logik einer KI-Fabrik nach.
Im Weihnachtsvideo 2025 geht es als Hockeyspieler und -trainer aufs Eis.
Die Quartalszahlen im Frühjahr 2025 kommuniziert er am Schachbrett – und geht schachmatt.
Ist das alles ein Ego-Trip? Eitelkeit? Selbstdarstellung?
Ich habe Tim Höttges zweimal persönlich getroffen. Beim ersten Mal hatten wir Fragen abgestimmt, es war ein großer Raum gebucht, das Treffen war durchgeplant.
Beim zweiten Mal Ende März 2026 lief es ganz anders: Fragen waren nicht abgestimmt und diesmal kritischer. Der vorgeschlagene Raum wurde verworfen, stattdessen trafen wir uns spontan in der lichtdurchfluteten Lobby der Telekom.
Und Höttges? Nimmt es sportlich. Ob er so gut sei, oder die anderen CEOs so schlecht in der Kommunikation? Antwort: Er setze so oft wie möglich auf Humor, sagt er, das sei vielleicht nicht jedermanns Sache. Ob ein stundenlanger, teurer Dreh in der Eisporthalle für das Weihnachtsvideo es wirklich wert sei, will ich wissen? Auf jeden Fall. Die
Zeit nehme er sich gern – und seine „Telekomer“ freuten sich jedes Jahr auf ein neues kreatives Weihnachtsvideo. Ob das alles Talent sei, wollen wir wissen. Oder doch in einem Medientraining erlernt? Höttges spricht offen über die Trainings, die er durchlaufen hat. Die Tipps für kurze Sätze und gegen Lampenfieber. Und das Wichtigste: gute Vorbereitung. Immer eine Botschaft im Hinterkopf, die spontan abrufbar ist.
Allem zugrunde liegt aber nach meinem Eindruck viel mehr: Die feste Überzeugung, dass Unternehmensführung Kommunikation bedeutet. In alle Stakeholder-Gruppen hinein. Auf der Hauptversammlung wie im Tiktok-Video. Die Nahbarkeit des ehemaligen Staatskonzerns will Höttges transportieren – und ist sich dabei für nichts zu schade. Auch mal nicht perfekt performen, in den Outtakes der Videos ist das zu sehen.
Ist das nun Eitelkeit? Vielleicht. In erster Linie aber ist es professionell geplante, gute Kommunikation mit hohem Unterhaltungs- und Informationswert.
Was kommt im Weihnachtsvideo 2026? Sein Team tüftelt schon an einer neuen Idee.








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